Hepatitis B kann chronisch verlaufen und (wie Hepatitis C) langfristig zu Zirrhose oder Krebs führen
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Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist nicht nur im Blut sondern auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Speichel in hoher Konzentration vorhanden. Selbst wenn nur geringe Mengen dieser Körperflüssigkeiten in den Körper eines anderen Menschen gelangen, kann es zur Infektion kommen. HBV wird daher hauptsächlich sexuell übertragen. Auch durch Nadelstichverletzungen kommt es immer wieder zur Virusübertragung. Dialysepatienten waren (und sind) einem erhöhten Hepatitis-B-Risiko ausgesetzt. Früher ist es durch Blutkonserven und Gerinnungspräparate (bei Blutern) häufig zu HBV-Übertragungen gekommen. Unter intravenös Drogenabhängigen ist die Infektionsrate relativ hoch.
Die Hepatitis B verläuft meist schwerer als Hepatitis A. Vielfach entwickelt sich eine akute Hepatitis mit Symptomen wie bei Hepatitis A. Leider heilt sie aber nicht so rasch aus. Für die Diagnose und die Verlaufsbeurteilung sind vor allem die Virus-Antigene (HBsAg, HBeAg) und die in der Folge vom Immunsystem produzierten Antikörper (Anti-HBs, Anti-HBc und Anti-HBe) von Bedeutung. Weiters sind erhöhte Transaminasenwerte charakteristisch für die Hepatitis B. Nach ca. 4 Monaten können rund 95% der erwachsenen Patienten mit einer Normalisierung dieser Leberfunktionswerte rechnen. Babys, die während oder vor der Geburt infiziert wurden, weisen dagegen eine sehr hohe Chronifizierungsrate auf. Es kann auch bei Hepatitis B fulminante Verläufe geben, besonders dann, wenn gleichzeitig eine HDV-Erkrankung vorliegt.
Erhöhtes Risiko für Leberzirrhose und Leberkarzinom
Gelingt es dem Immunsystem und seinen Antikörpern nicht, das Virus zu eliminieren, kann sich eine chronische Hepatitis B entwickeln. Ein Teil der Patienten mit chronischer Hepatitis B bleibt weiterhin infektiös, wenn es nicht gelingt, die Virusvermehrung zu stoppen. Chronische Hepatitis B ist mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Leberzirrhose oder eines Leberkarzinoms verbunden. Angesichts dieser möglichen Folgen ist eine Therapie sehr zu empfehlen.
Als Therapieoptionen stehen Interferone und sogenannte Nukleosid- oder Nukleotidanaloga zur Verfügung. Diese Medikamente unterdrücken die Produktion von Hepatitis B-Viren. In den letzten Jahren wurden zahlreiche gut verträgliche und hochwirksame Substanzen entwickelt.
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