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CHOLESTERIN & CO
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Hyperlipiwas?
Von Arterienverkalkung und Herzerkrankungen sind Nierentransplantierte besonders häufig betroffen, wie Untersuchungen zeigen. Ursache sind Fettstoffwechselstörungen, die nicht zuletzt durch die transplantationstypischen Medikamente begünstigt werden. Entgleiste Blutfettwerte gelten daher als besonderer Risikofaktor und gefährden auch die Funktion des transplantierten Organs.
Prof. Dr. Renate Klauser, Wien
Zuviel Essen, falsche Ernährung, Alkohol und Bewegungsmangel sind einige der bekannten Ursachen, wenn Blutfettwerte wie Aktienkurse immer neue Rekordmarken erklimmen. Nach einer Transplantation kommen weitere hinzu: Steroide wie Cortison, Immunsuppressiva, blutdrucksenkende und entwässernde Medikamente. Zusammen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion und vermehrter Eiweißausscheidung bewirken diese Faktoren, daß Nierentransplantierte um ein Vielfaches häufiger von Herz- und Gefäßkrankheiten betroffen sind als der Bevölkerungsdurchschnitt: 55- bis 64-jährige beispielsweise 6,4 mal so oft, belegen Studien.

Langzeitproblem: Neue Niere funktionert, Herz in Gefahr

Kardiovaskuläre Krankheiten sind für Nierentransplantierte leider eine überproportional häufige Todesursache. In der Literatur finden sich Angaben von 30 bis sogar 70 Prozent. So makaber es klingen mag: In der Transplantstatistik ist der Herztod - bei funktionierendem Transplantat - eine der Hauptursachen für „Transplantatverluste". Gleichwohl stehen die hohen Blutfettwerte in Verdacht, auch bei chronischen Transplantatschäden mitzuwirken und den frühzeitigen Transplantatverslust zu fördern.

Lipidwerte senken

Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie), speziell die von Cholesterin (Hypercholesterinämie), sind für die Ärzte der entscheidende Ansatzpunkt. Auch neueste Erkenntnisse über die Entstehung von Atherosklerose ändern daran nichts, wird betont. Die Senkung der Lipide hat sich als wirkungsvollste Vorbeugung erwiesen.

Etwa die Hälfte aller Patienten mit endgültigem (terminalen) Nierenversagen leidet an erhöhten Blutfettwerten. Die Transplantation ändert daran meist nur das Strickmuster: Die zuvor hohen Triglyceridwerte beispielsweise normalisieren sich oft, Cholesterinwerte steigen dagegen an.
Auch das Immunsuppressivum Cyclosporin A ist an den Kletterübungen der Blutfettwerte beteiligt. So ist das typische Muster der Posttransplantations-Hyperlipidämie auch bei jenen Herz- und Lebertransplantierten nachweisbar, die Cyclosporin als Immunsuppressivum erhalten, berichtet Frau Prof. Klauser. Nach Umstellung von Cyclosporin auf Tacrolimus komme es etwa bei Leber- sowie bei Lungentransplantierten zu einer deutlichen Verbesserung der Hyperlipidämie, wie bereits Studien aus den Jahren 1994 und 1996 zeigten.

Eine multizentrische Studie mit Nierentransplantierten belegt dies ebenfalls: Die Gruppe mit Tacrolimus wies niedrigere Serumcholesterinwerte auf, im Mittel 193,9 mg/dl gegenüber 229,8 bei der Cyclosporin-Gruppe. Hypercholesterinämie wurde nach dieser Studie bei 7,8% der Tacrolimus-Gruppe registriert, bei den Patienten mit Cyclosporin waren es 14,5%. Nach Umstellung von Cyclosporin auf Tacrolimus bessern sich Transplantatfunktion und Blutdruckeinstellung, Cholesterin und Triglyceride sinken bei gleichzeitiger Einsparung blutdrucksenkender Medikamente, so Prof. Klauser.

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