Johanniskraut beeinträchtigt Medikamentenwirkung Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist ein pflanzlicher Wirkstoff (Phytotherapeutikum), der bei depressiven Verstimmungszuständen helfen kann. Der Stimmungsaufheller kann allerdings Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, ua. mit Ciclosporin (Sandimmun Neoral). Johanniskraut-Extrakt kann die Wirkung anderer Medikamente verändern. Wer diese freiverkäufliche Naturarznei einnimmt, sollte es deshalb seinem Arzt unbedingt mitteilen, wenn dieser weitere Medikamente verschreibt. Der pflanzliche Stimmungsaufheller kann Wechselwirkungen mit Herzpräparaten, Antidepressiva und Gerinnungshemmern auslösen. Auch eine Beeinträchtigung der Wirkung von Ciclosporin, das nach Organverpflanzungen die Abstoßungsreaktion unterdrückt, ist beobachtet worden.
tpi erkundigte sich in Sachen Ciclosporin bei Sandimmun-Hersteller Novartis:
Folgende Wechselwirkungen sind beschrieben worden: Medikamente zur Blutverdünnung (Cumarin-Typ) z.B. nach Herzinfarkten oder Thrombosen; nach Transplantationen zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen (Ciclosporin); bei Herzschwäche (Digoxin); bestimmte Asthmamedikamente (Theophyllin); synthetische Antidepressiva (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /SSRIs, Amitriptylin); das bei HIV- Infektion eingesetzte Indinavir oder niedrigdosierte Kontrazeptiva ("Pille").
Die Wirkung der oben angeführten Arzneimittel kann durch eine gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut- Präparaten beeinträchtigt werden. Die Ursache dafür ist vermutlich ein "gemeinsamer" Abbau ( Metabolismus) in der Leber, der zu einer gegenseitigen Beeinflussung der verabreichten Medikamente, z.B. Johanniskraut-Präparat und Ciclosporin (Sandimmun Neoral), führen könnte.
Es ist daher unbedingt zu beachten, dass sämtliche Medikamente, auch Substanzen die rezeptfrei in der Apotheke oder in der Drogerie erhältlich sind, bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Ciclosporin (Sandimmun Neoral) den behandelnden Ärzten bekanntgegeben werden müssen. Der behandelnde Arzt kann danach entsprechend die Dosierung von Sandimmun Neoral anpassen, oder aber die Behandlung mit anderen Medikamenten beenden. Die Behandlung mit Sandimmun Neoral darf keinesfalls, ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt, unterbrochen werden. (Dr. J. Ulleram, Medical Adviser, Novartis Pharma Österreich)
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