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| Deutschland: Tag der Organspende
"Mehr Menschen zu einer eigenen Entscheidung motivieren"
Zur Organspende braucht es auch politischen Willen Duisburg, 29.05.2001 - Am kommenden Samstag wird aus Anlass des 19. bundesweiten Tages der Organspende auch in Nordrhein-Westfalen in vielen Städten und Gemeinden durch örtliche Selbsthilfegruppen des Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V. und anderer Vereine die Bevölkerung an Infoständen zum Thema Organspende und Transplantation informiert. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit des BDO zur Organspende ist es, in erster Linie mit Menschen über dieses schwierige aber vor allem lebenswichtige Thema ins Gespräch zu kommen, Informationen zu vermitteln, eine eigene Entscheidung anzuregen und diese auch zu dokumentieren, sowie Angehörige und Freunde entsprechend zu informieren. Auch wenn wir aus eigener Betroffenheit heraus jede Entscheidung für eine Organspende begrüßen, so respektieren wir selbstverständlich auch eine ablehnende Entscheidung. Wie notwendig jede Form der Öffentlichkeitsarbeit zur Organspende gerade in NRW ist, wurde in den letzten Tagen durch Presseinformationen der Deutschen Stiftung Organtransplantation deutlich. Danach ist dieses Bundesland Schlusslicht bei der Organspende in Deutschland. Die Einrichtung von Transplantationsbeauftragten durch ein Landesgesetz wird von Frau Birgit Fischer, Ministerin für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen, bisher abgelehnt. Dass damit die mangelnde Mitarbeit der Krankenhäuser als belastender Faktor für die Organspende in NRW beseitigt werden könnte, wird bedauerlicherweise nicht anerkannt. Bayern verzeichnete im vergangenen Jahr eine Zunahme der Meldung potentieller Organspender um knapp 30 Prozent. Die Zahl der realisierten Organspenden stieg immerhin um knapp 20 Prozent. Es war das erste Bundesland, das per Landesgesetz alle Krankenhäuser mit Intensivstationen zur Benennung mindestens eines Transplantationsbeauftragten verpflichtete. Die hohe Ablehnungsrate der Angehörigen von Organentnahmen kann nur durch Aufklärung der Bevölkerung gesenkt werden. Dabei geht es sowohl darum, mehr Menschen zu Lebzeiten zu einer eigenen Entscheidung bezüglich der Organspende zu motivieren, als auch um die Klärung von Vorbehalten auf Seiten der Angehörigen. Organspende als Gemeinschaftsaufgabe im Bewusstsein zu verankern, bedarf gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligter. Vor fünf Jahren tagte das letzte Mal ein vom damaligen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen einberufenes Gremium "Öffentlichkeitsarbeit Organspende". Dieses Gremium war u.a. an der damaligen Kampagne der Landesregierung zur Organspende beteiligt. Auch der BDO wirkte mit. Leider war danach diese Form der Zusammenarbeit bei einem derartigen gesellschafts- und sozialpolitisch sowohl sensiblen als auch bedeutsamen Thema von Seiten des Ministeriums nicht mehr erwünscht. Anders kann nach Auffassung des Bundesverbandes z.B. auch die Entstehung des Landesgesetzes zum Transplantationsgesetz nicht gewertet werden. NRW-Gesundheitsministerin Fischer kündigt nun eine Initiative zur Förderung der Organspendebereitschaft an. Wenn dieser Ankündigung Taten folgen sollen, müsste nach Auffassung des BDO die Wiederbelebung des Gremiums "Öffentlichkeitsarbeit Organspende" durch das Ministerium ein erster Schritt sein. Dort sollte nicht auf den Erfahrungsschatz des einzigen (mangels finanzieller Unterstützung derzeit arbeitslosen) Streetworkers für Organspende in NRW verzichtet werden. Die Finanzierung der geplanten verstärkten Anstrengungen sind in diesem Sinne zu klären, da die Zukunft des Arbeitskreis Organspende (AKO) über dieses Jahr hinaus nicht gesichert ist. Nur reduziertem Umfang steht bis zum Jahresende noch Infomaterial des AKO zur Verfügung. Mit der Übernahme der Kosten für dieses in Nordrhein-Westfalen benötigte Infomaterial durch das Ministerium von Frau Fischer, könnte zugleich ein Beitrag für den Erhalt des Arbeitskreises Organspende geleistet werden. Weitere Möglichkeiten im Sinne der Gemeinschaftsaufgabe tätig zu werden, sind u.a. in der neunseitigen Stellungnahme des BDO von 1996 für das "Gremium Öffentlichkeitsarbeit Organspende" enthalten. Jetzt ist es an den politisch Verantwortlichen ihren Willen zur Organspende durch gezielte Entscheidungen und Handlungen zu dokumentieren. -------
Der Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO) Weitere Informationen:
Monika Kracht, Vorsitzende und Geschäftsstelle
Burkhard Tapp, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Thema Selbsthilfe 22 von 22
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