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Initiative soll Risiko des Organhandels verringern
EU-Parlament fordert europaweiten Organspenderausweis
Brüssel (pte/23.04.2008/10:00) - Die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEPs) Icon www.europarl.europa.eu  fordern einen europaweiten Organspenderausweis, um der Knappheit an Organen für die Transplantation zu begegnen. Laut BBC warten in Europa rund 40.000 Menschen auf ein geeignetes Organ. Die Sterblichkeitsrate beim Warten auf ein Herz, eine Leber oder eine Lunge liegt bei bis zu 30 Prozent. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments stimmten gestern, Dienstag, mit überwältigender Mehrheit für die Schaffung einer Spenderkarte und einer Hotline, die in ganz Europa erreicht werden kann.

Liz Lynne, MEP der britischen Liberaldemokraten, betonte, dass diese Vorschläge die Suche nach dem geeigneten Spender entscheidend beschleunigen könnten. Da nicht alle Mitgliedsstaaten ein Spenderkartensystem nutzen, ist sie von den Vorteilen einer einheitlichen Karte überzeugt. Lynne ist ebenfalls davon überzeugt, dass eine derartige Karte sich nachteilig auf den Handel mit illegal gewonnen Organen und den Transplantationstourismus auswirken könnte. Mit dieser Karte gäbe es einen gesetzlich abgesicherten Weg zum Zugang zu gespendeten Organen.

Der EU-Bericht betont, dass Organspenden streng nicht kommerziell sein sollen, um das Risiko des Organhandels zu verringern. Glenis Willmott, MEP der Labour Party, argumentierte, dass der Handel mit Organen in Europa zu einem Problem geworden sei. "Wir sollten den Handel mit Organen nicht als ein weit von uns entferntes Problem ansehen. Mehrere ärmere europäische Länder sind bereits darin verwickelt." Die Länder der EU verfügen derzeit über ein Patchwork von Spendesystemen. Einige Länder wie Großbritannien verlangen, dass die Spender sich dafür entscheiden. Andere wie Belgien und Dänemark gehen von einem Einverständnis aus. Jene, die nicht einverstanden sind, können Einspruch erheben. In Spanien ist die Anzahl der Organspenden entscheidend angestiegen. Das ist teilweise darauf zurückzuführen, dass von Einverständnis des Spenders ausgegangen wird, teilweise aber auch darauf, dass jedes Krankenhaus über ein Team verfügt, das Transplantationen koordiniert.

Quelle: pte, Datum: 23.04.2008
Thema
Organspende
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