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Weil seine Frau schwer erkrankt ist, spendet ihr der SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier eine Niere - und nimmt eine Auszeit bis Oktober, berichtet der Spiegel in seiner Online-Ausgabe.
Frank-Walter Steinmeier spendet Niere für das Leben seiner Frau
Bild: Marco Urban/spd.de
Berlin (23.08.2010)
- Ein Montagmorgen in Berlin, die Pressekonferenz eines Spitzenpolitikers, alles wie immer. Routine im Hauptstadtbetrieb. Aber dann, um Punkt 9.30 Uhr, ist Politik plötzlich nur noch Nebensache: Frank-Walter Steinmeier, Fraktionschef der SPD-Bundestagsfraktion, gibt in wenigen knappen Sätzen bekannt, dass er für mehrere Wochen aussteigen wird - um seine nierenkranke Gattin zu retten. "Meine Frau ist schwer erkrankt", sagt Steinmeier den versammelten Journalisten im Reichstagsgebäude. "Nur eine Organtransplantation kann helfen."

Jetzt ist es ganz still im Raum. "Ich werde der Organspender sein", schiebt Steinmeier nach. Schon am Montagmittag wolle er sich in die Obhut der Ärzte begeben. "Die Operationen für die Organverpflanzung werden dann im Verlauf dieser Woche stattfinden."

Die Nieren-Erkrankung von Steinmeiers Frau Elke Büdenbender hatte sich in den vergangenen Tagen offenbar zugespitzt, Alternativen zu einer Organtransplantation schieden Steinmeier zufolge aus. Weil die Wartezeiten für ein Spenderorgan zu lang sind, entschied sich der SPD-Spitzenpolitiker, selbst zu helfen.

Weiter im SPIEGEL-Artikel: Icon tinyurl.com/334l6wy 

NACHTRAG am 24. August: Die Operationen verliefen planmäßig, die Patienten sind wohlauf - SPIEGEL-Artikel: Icon tinyurl.com/2vemwgh 

Die DGfN (Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V.) lobt diesen altruistischen Akt, möchte in diesem Zusammenhang aber auch auf den eklatanten Organmangel in Deutschland hinweisen.

Die heutige Nachricht von Frank-Walter Steinmeier, er werde in den nächsten Wochen nicht mehr aktiv am politischen Geschehen teilnehmen, da er seiner schwer erkrankten Frau eine Niere spenden und sich einer entsprechenden Operation unterziehen wird, erschüttert die Republik.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) nimmt Anteil am Schicksal der Familie Steinmeier und wünscht dem Ehepaar alles Gute für die Operation und den Erfolg der Transplantation. „Eine solche Nierenspende ist ein altruistischer Akt, den man dem Spender gar nicht hoch genug anrechnen kann", so Prof. Dr. med. Jan Galle, Lüdenscheid, Sprecher der DGfN. „Doch Steinmeier hat in seiner Mitteilung auch darauf hingewiesen, dass er sich „mangels Alternative und weil die Voruntersuchungen es erlauben" als Organspender zur Verfügung gestellt hat.

Nierenlebendspende eine gute Alternative zur chronischen Dialysebehandlung

Tatsächlich ist die Nierenlebendspende eine gute Alternative zur chronischen Dialysebehandlung, da in Anbetracht des eklatanten Organmangels in Deutschland die Wartezeit auf eine „normale" Leichennierentransplantation gut 5 bis 6 Jahre beträgt. „Das ist zu lang, denn viele Patienten verlieren in dieser Zeit ihre „Operationsfähigkeit", sind dann aufgrund verschiedener Begleiterkrankungen nicht mehr transplantierbar", erläutert Galle.

Wenn man also die Wartezeit auf eine Leichennierentransplantation, die mit der Dialysebehandlung überbrückt wird, verkürzen möchte, gibt es keine andere Möglichkeit als die Lebendspende. Das Ziel der DGfN ist es, die Spendebereitschaft zu erhöhen und an jeden Bürger zu appellieren, einen Organspendeausweis auszufüllen. In Deutschland warten derzeit über 8.000 Dialysepatienten auf eine Nierentransplantation - fast dreimal so viele, wie pro Jahr transplantiert werden.

Quelle: Spiegel/idw, Datum: 23.08.2010
Thema
Nieren
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