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| St. Pöltner Bischof feierte mit Transplantationspatienten und Angehörigen von Organspendern Dankgottesdienst zum "Tag des Lebens"
Küng: Schutz des Lebens ist "oberstes Gebot"
St. Pölten, 2.6.08 (KAP) - Der Schutz des Lebens ist und bleibt oberstes Gebot. Das betonte der St. Pöltner Bischof Klaus Küng bei einem Dankgottesdienst mit Transplantations-Patienten und Angehörigen von Organspendern. Zu dem Gottesdienst im St. Pöltner Dom am Sonntag, dem "Tag des Lebens", waren rund 250 Personen aus ganz Österreich und Deutschland gekommen, um für das "unbezahlbare Geschenk" zu danken. Konzelebrant war P. Franz Helm SVD, der selbst lebertransplantiert ist; während der Messe sang der herztransplantierte Opernstar Georgij Petkov. Bei einer anschließenden Agape kam es zur Begegnung zwischen Transplantationspatienten und Angehörigen der Organspender.
Quelle: KATHweb, Datum: 05.06.2008Bischof Küng erinnerte daran, dass man bei Organspenden "die ethischen Grundlagen nicht aus den Augen verlieren" dürfe. Lebendspenden dürften ausschließlich freiwillig und nur bei reproduzierbaren und nicht lebenswichtigen Geweben oder bei paarig angelegten Organen erfolgen. Außerdem sei jede damit verbundene "Geschäftmacherei" auszuschließen, betonte Küng. Die Spendung lebenswichtiger Organe sei nur nach Eintreten des Todes erlaubt. Dieser sei wissenschaftlich einwandfrei durch den Hirntod gegeben: "Dadurch wird die seelisch-leibliche Einheit irreversibel aufgelöst", so Küng. Eine große Gefahr sah Küng allerdings in der Euthanasie: "Kein alter, kein kranker Mensch sollte in unserem Land jemals von Behörden, Ärzten oder sogar von der eigenen Familie das Recht auf Leben abgesprochen bekommen". Das menschliche Leben sei vom Anfang bis zum Ende "unantastbar", betonte der Bischof. Von der Forschung mit adulten Stammzellen erhoffe er sich jedoch große medizinische Fortschritte, die Organtransplantationen "seltener notwendig, vielleicht sogar überflüssig" machen könnten. "Wir fühlen uns mit den Spendern sehr verbunden, sie haben einen festen Platz in unserem Leben. Ein Teil von ihnen lebt in uns weiter", so Maria Balogh von der Selbsthilfegruppe Niederösterreich des Verbandes der Herz- und Lungentransplantierten, die diese bisher einmalige Veranstaltung organisierte und mitgestaltete. Prof. Walter Klepetko von der Herz- und Thoraxchirurgie der Universitätsklinik Wien betonte die Wichtigkeit von Organspenden. Durch den großen medizinischen Fortschritt in der Transplantationschirurgie erwarteten die meisten Menschen, "dass alles ohne Probleme vor sich geht", falls sie einmal von einer Transplantation betroffen sein sollten, erklärte Klepetko: "Dem ist aber nicht so, denn ohne Organspender gibt es keine Transplantation". Deswegen sei es wichtig, die Angehörigen Verstorbener zu "überzeugen, wie sinnvoll Organspende ist". Dieser Dankgottesdienst sei ein großes Zeichen dafür. Als "Fest des Lebens" bezeichnete Landesrat Martin Michalitsch den Dankgottesdienst: "Wir sind alle aufgerufen, den Wert des Lebens hoch zu halten". Der Gottesdienst sei ein "deutliches Zeichen" dafür gewesen. Auch der Bürgermeister von St. Pölten, Matthias Stadler, bezeichnete die Dankmesse als "positive Botschaft", die zum Nachdenken anrege. Es sei wichtig, dass es zwischen Transplantierten und den Angehörigen der verstorbenen Organspender einen Dialog gebe. © 1947-2008 by KATHweb: ein elektronischer Informationsdienst der Österreichischen Katholischen Presseagentur KATHPRESS. Alle Rechte vorbehalten.
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